Die Gemeinde in Ulm
Die Gemeinde in Ulm

Dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne

Unser Herz

Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz.
Friedrich Hebbel

 

Der Mensch bringt sein Haar täglich in Ordnung,

warum nicht sein Herz?
aus China

 

Des Menschen Herz ist wie Quecksilber,

jetzt da, bald anderswo, heute so, morgen anders gesinnt.
Martin Luther

 

Das Problem ist heute nicht die Atomenergie,

sondern das Herz des Menschen.

Albert Einstein zugeschriebenes Zitat

 

Was ist das menschliche Herz? Aus anatomischer Sicht ist die Frage inzwischen sehr genau beantwortbar, aber philosophisch gesehen gibt es unterschiedlichste Auffassungen. Die oben angeführten Zitate sollen eine kleine Auswahl dazu darstellen. Hat der Mensch tatsächlich gar keine Gewalt über sein Herz? Oder kann er es selbst in Ordnung bringen?

 

Viele von uns bringen das Herz mit Liebe und Zuneigung in Verbindung. Oder auch mit Mut und Furcht. Aber das ist nicht alles: die Bibel spricht von „Gedanken und Absichten des Herzens“ (Hebr. 4.12) oder gar von „Einbildungen des Herzens“ (Ps 73:7). In den Sprüchen Salomos heißt es „das Herz des Menschen plant seinen Weg“ (Spr 16:9).

In der Bibel bedeutet das Wort Herz „ursprünglich den Kern einer Sache, ihren Mittelpunkt, das Wesentliche und Wichtigste daran, den vornehmsten Teil, durch den das Ganze repräsentiert werden kann“ und im Bezug auf den Menschen „das Wesen, den Kern der menschlichen Person“ (Rienecker/Maier: Lexikon zur Bibel, Wuppertal 1994). Das Herz ist der Ort von Empfindungen wie Liebe, Hass , Angst, oder Traurigkeit. Die Bibel schreibt dem Herzen aber auch Gedanken, Überlegungen und Planungen, Willens- sowie Urteilskraft zu.

 

Herzkrank

Bei einem Disput mit den Pharisäern und Schriftgelehrten über das Essen mit ungewaschenen (und damit nach deren religiösen Vorschriften „unreinen“) Händen sagte Jesus:

Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Denn von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen.“ (Mk 7:20-23)

Und wir finden etliche weitere Beispiele, in denen das menschliche Herz in negativem Licht erscheint:

Und der HERR sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.“ (1. Mo 6:5)

Der alttestamentliche Prophet Jeremia klagt über das Volk Israel: „...das ganze Herz ist siech...“ (Jer 1:5) und: „dieses Volk hat ein störrisches und widerspenstiges Herz“ (Jer 5:23).

Jesus war „betrübt über die Verhärtung ihres Herzens“ (Mk 3:5) und sagte „dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir“ (Mt 15:8)

 

Wie steht es mit unseren Herzen? Haben wir nicht auch schon die Erfahrung gemacht, dass wir andere verachten oder gar hassen - auch wenn wir das vielleicht gar nicht wollen? Haben wir unser Herz „im Griff“? Sind wir dazu überhaupt in der Lage?

 

Gott kennt und prüft das Herz

Wir können einem anderen nicht ins Herz schauen – und oft wissen wir selbst gar nicht, wie es um unser eigenes Herz bestellt ist: „der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz“ (1. Sam 16:7). Gott kennt sogar die tiefsten Geheimnisse des menschlichen Herzens (Ps 44:22).

Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus? Ich, der HERR, bin es, der das Herz erforscht und die Nieren prüft...“ (Jer 17:9-10)

Wir können anderen und uns selbst vielleicht etwas vormachen, aber der lebendige Gott kennt uns durch und durch.

In diesem Bewusstsein betet der König David „Erforsche mich Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken.“ (Ps 139:23)

Gott sieht auch alle bösen Gedanken und Absichten, kennt Neid, Missgunst und Egoismus, unsere Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit anderen gegenüber. Aber er will nicht, dass wir selbst versuchen, bessere Menschen zu werden – Gott möchte das Grundproblem unseres Wesens an der Wurzel anpacken.

 

Gottes Weg

Die Bibel zeigt uns einen wunderbaren Weg, wie wir Menschen wirkliche Veränderung von innen heraus erfahren können: sie spricht davon, dass Gott seinen Heiligen Geist in unser Herz geben möchte. In seinem Brief an die Christen in Galatien erinnert und ermutigt der Apostel Paulus die Gläubigen: „weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen...“ (Gal. 4:6, vgl. auch 2. Kor. 1:22).

 

Gott lässt uns nicht mit unserem „Herzproblem“ (unter dem nicht nur wir selbst, sondern auch unsere Mitmenschen zu leiden haben) allein, sondern hat einen Weg der Heilung und Erneuerung: Er gibt seinen Geist in unser Herz hinein – wenn wir an Jesus Christus glauben. Im Johannesevangelium wird berichtet, wie Jesus bei einem religiösen Fest sprach: „Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir uns trinke. Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war“ (Joh. 7:37-39). Heute ist Jesus verherrlicht und sein Geist ist da und verfügbar. Wer immer an ihn, den Sohn Gottes, glaubt, der für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist und von Gott auferweckt wurde, empfängt seinen Geist.

 

Der Heilige Geist – nicht nur eine Kraft, sondern eine Person!

Für viele Menschen ist der Heilige Geist etwas nebulös und schwer zu beschreiben. Er wird mit Stärkung und Kraft in Verbindung gebracht sowie mit Weisheit und innerer Leitung. Das deckt sich durchaus mit den Berichten und Briefen im Neuen Testament. Aber der Heilige Geist ist noch mehr. Johannes berichtet, wie Jesus zu seinen Jüngern über sein Weggehen und das Kommen des Heiligen Geistes spricht. „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand (oder: Tröster) geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit (oder: Wirklichkeit)… er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch“ (Joh. 14:16-18). Damit sagt Jesus nicht anderes, als dass Er selbst dieser Geist ist. Auch andere Stellen des neuen Testaments drücken diese Tatsache aus (z.B. 2. Kor. 3:17, 1. Kor. 15:45). Der Apostel Paulus spricht von dem großen Geheimnis, dass Jesus Christus heute in den Gläubigen lebt (Kol 1:27). Der Heilige Geist ist nicht nur voller Kraft und Leben, er ist nicht nur fähig, uns weise und verständig zu machen und uns zu leiten, sondern er verkörpert außerdem alle Wesenseigenschaften und Tugenden Jesu Christi.

 

Das Wirken des Geistes in unserem Herzen

Nachdem wir ihn empfangen haben, schreibt Gott durch seinen Geist sein Wesen – seine Liebe, Freundlichkeit, Barmherzigkeit – in unsere Herzen hinein (2.Kor. 3:3).

Dieses Wunder wurde von Propheten im Alten Testament vorausgeschaut: „das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben.“ (Jer. 31:33)

Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.“ (Hes. 36:26)

Durch seinen Geist schenkt Gott uns seine selbstlose und wunderbare Liebe:

Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben worden ist.“ (Röm. 5:5)

 

Der Apostel Paulus betet für die Gläubigen in Ephesus, dass Gott, der Vater, sie durch seinen Geist an dem inneren Menschen stärken möge, und „dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe gewurzelt und gegründet seid...“ (Eph 3:17). Christus möchte unser Herz gewinnen, es regieren und uns in seiner Liebe verwurzeln. Das ist eine tiefgreifende Veränderung in unserem tiefsten Sein.

 

Paulus beschreibt die Auswirkungen des Geistes in unserem Leben als Frucht - als etwas, das durch Wachstum des Lebens hervorgebracht wird: „Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung“ (Gal. 5/22).

 

Gib mir dein Herz

Was können wir tun? Wer zu Jesus kommt, den wird er nicht hinausstoßen.

Sie können zu ihm beten: „Herr Jesus, ich möchte Dir begegnen. Ich möchte Dich kennen. Ich öffne Dir mein Herz. Danke, dass du mich so sehr liebst und auch für meine Schuld gestorben bist. Danke, dass du auferstanden bist und als der Geist heute mein Leben neu machen möchtest. Ich nehme dich in mein Leben auf und möchte nicht mehr eigene Wege gehen. Mache Du in mir Wohnung und nimm mein Herz für dich ein. Amen.“

 

Auch wenn wir bereits an Ihn glauben, können wir Ihm unser Herz täglich neu geben. Und mehr und mehr lernen, auf den Herrn als den Geist in uns zu hören und mit ihm zusammenzuarbeiten. Das Lesen der Bibel und das Gebet sowie der Austausch und die Gemeinschaft mit anderen Christen sind wichtig für unsere persönliche Beziehung zu Gott und das Wachsen des Heiligen Geistes in uns.

 

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